Weißer Jahresausklang

Dezember 31, 2011  von Andrea  •  Wandern

Der Winter hier im Flachland verdient diesen Namen bisher ja nicht so richtig. Auch in den Mittelgebirgen sah es bisher nicht schneesicher aus. Am Silvestertag wollten wir nun sehr gern noch einmal zum Langlauf, was uns ein banges Beobachten der Wetter- und Schneeberichte eingebracht hat. Am Abend des 30.12. entscheiden wir uns dann doch zu einer Fahrt ins Erzgebirge. In den um die 1.000m hoch liegenden Skigebiete von Oberwiesenthal und Boží Dar sollte es schneesicher sein und gute Bedingungen vorherrschen.

Mit ein paar Sorgen fuhren wir los:

  • Es könnte zu warm, und damit der Schnee zu nass sein.
  • Das Wetter war eher ungemütlich gemeldet.
  • Es könnte zu voll sein – immerhin ist Silvester und dort eines der wenigen Schnee-Gebiete in der Region.
  • Ich könnte alles von der bisher umfassenden Langlauferfahrung (1 Wochenende) wieder verlernt haben.

Wir erreichen um kurz nach 8 Uhr die Skiarena in Oberwiesenthal. Und dort ist es saukalt! Hätte ich mal mehr angezogen. Aber sonst: Kaum Autos, herrliches Wettter, Winter-Traumlandschaft. Also: Ski anschnallen und los. Zielstrebig laufe ich auf die Skiarena und die Profi-Rennloipen zu. Alexander macht mir klar, dass wir hier etwas fehl am Platz sind und schon beäugt werden. Aaah ja – am Einstieg in den Winterwanderweg bin ich vorbeigelaufen. Ok, Kehrtwende.

Wir laufen auf der Skimagistrale in Richtung Hubertky und folgen noch ein Weilchen dem Tellerhäuser Skiwanderweg. Die Bedenken waren unnötig: Ich habe nichts verlernt und stehe genauso wacklig wie beim letzten Mal auf den Ski. Aber der Schneepflug funktioniert gut und manchmal komme ich auch ein wenig in Schwung. Die Wege sind gut präpariert und die Schneeverhältnisse toll. Mittlerweile kommt auch die Sonne raus und es wird warm – hätte ich mal weniger angezogen.

Nach der Abzweigung in Richtung Boží Dar wird es deutlich voller. Das frühe Aufstehen hat sich mal wieder gelohnt. Auf einem Hügel kommt mir eine Dame mit Sturmhaube als Gesichtsschutz entgegen. Also …  so kalt ist es doch nun auch nicht! Die Wege sind hier nicht immer gespurt und ich sehne mich nach schönen Loipen zurück. Alexander scheint das nicht so zu sehen und biegt beherzt vom Weg ab – ist ja sonst langweilig. Also kämpfen wir uns mit den schmalen Ski durch den tiefen Schnee. Bei Gegenwind. Ich wünsche mir einen Gesichtsschutz.

Die Rückkehr auf den Haupt-Weg kam einem kleinen Kulturschock gleich: Nichts mehr mit einfach loslaufen – hier musste sich eingeordnet werden. Am späten Vormittag ist es nun wirklich deutlich voller. Gut, dass wir auf dem Rückweg sind. Und der wird aufgrund der doch ungewohnten Belastung recht anstrengend, zumal es gegen Ende noch einmal kräftig bergauf ging. Recht erledigt erreichen wir wieder das Auto und begeben uns auf die Heimreise.

Fazit:

  • Bei den Anderen sieht das irgendwie eleganter aus.
  • Bergauf auf vereisten Stücken macht keinen Spaß. Überhaupt nicht.
  • 2x vor Publikum gestürzt, das hätte nun nicht sein müssen.
  • Wir sollten vorher klären, ob wir eine gemütliche Wanderung oder eine Trainingseinheit planen.
  • Die ganze Strecke war für uns unerfahrene Langläufer gut zu meistern.
  • Beim nächsten Mal ist eine Thermosflasche dabei. Haben beide nichts getrunken, weil das Wasser einfach zu kalt war.
  • Ach ja… die Speicherkarte für die Kamera wäre auch gut. So diesmal wieder nur Fotos mit der Handy-Kamera.
  • Der Ausflug hat sich absolut gelohnt! Tolles Wetter, tolle Landschaft, viel Spaß.

Und so schließen wir das Jahr ab, wie es begonnen hat – mit Langlaufen.

Sonnenaufgang bei Oberwiesenthal

Sonnenaufgang bei Oberwiesenthal

An der Skiarena Oberwiesenthal

Morgenstimmung an der Skiarena Oberwiesenthal

Wir benutzen die Loipen als Erste!

Grenzübergang

Tolles Wetter, toller Schnee

Kurz vor Boží Dar

An der deutsch-tschechischen Grenze

Nach dem Verlassen der Loipe

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