Urlaubsvorbereitung Teil 1 – Vorüberlegungen

Juli 28, 2009  von Andrea  •  Lappland 2009

Ich bin ja nun ein Outdoor-Neuling. Im September geht´s zum dreiwöchigen Urlaub nach Nordschweden.

Aber wie schwierig kann so ein Urlaub im frühen Herbst in Lappland schon werden? Ich meine, genügend Sportsachen habe ich doch, Regenklamotten
auch, sogar Wanderschuhe. Klar, ein Schlafsack muss schon her. Hab ich doch schon in Sonderangeboten gesehen. Und Isomatten sind ja auch nicht teuer. Einen tollen Rucksack hab ich bereits. Also kein Problem!

Aber: Alles ist komplizierter als gedacht ;-)

  1. Meine Schuhe waren ja nun etwas ungeeignet. Leichte halbhohe Wanderschuhe, aber nicht ganz wasserdicht und mit weicher Sohle. Mh.
  2. Ich friere ja nun unheimlich schnell. Mit einem einfachen Schlafsack werde ich wohl schon nach spätestens zwei Nächten bei Minustemperaturen die Segel streichen.
  3. Ich friere ja nun unheimlich schnell. Mit einer einfachen Isomatte werde ich wohl schon nach spätestens zwei Nächten bei Minustemperaturen die Segel streichen.
  4. Ich friere ja nun unheimlich schnell. Mit einem einfachen Fleece-Pullover …

Ich denke, das Problem ist zu erkennen ;-)

Also nochmal von vorn – das ist der Plan:

  • drei Wochen Lappland im September
  • vermutlich aufgeteilt in zwei Wander-Touren
  • Zelt, Kleidung und Verpflegung (= alles nötige) wird im Rucksack getragen

Die Voraussetzungen:

  • nachts gibt´s dort bereits Minusgrade
  • tagsüber ist (hoffentlich nicht ständig) mit Regen zu rechnen
  • es geht evtl. auch mal richtig in die Berge
  • ich friere sehr schnell
  • ich bin bis vor kurzem noch nie mit einem Rucksack > 9kg gewandert
  • ich bin noch nie mehr als einen Tag am Stück gewandert
  • Strom zum Aufladen von technischen Geräten wird nicht vorhanden sein

Die Anforderungen:

  • ich möchte nicht ständig frieren
  • ich möchte auch nicht ständig schwitzen
  • ich möchte gleich gar nicht ständig nass werden
  • ich möchte nicht vor Schäche zusammen brechen
  • ich möchte schöne Fotos machen

Es begann das Sichten der vorhandenen (nicht auf´s Trekking abgestimmten)
Ausrüstung:

  • Wanderschuhe: Toll zum Wandern hier. Aber Lappland – nun ja. Siehe oben.
  • Hosen: okay
  • Jacke: Leichte Mammut-Softshelljacke, winddicht, aber nicht wärmend. Toll zum Wandern hier. Aber Lappland – mh. Regenjacke: Leicht und nicht atmungsaktiv. Mh. Bei mehreren Tagen Regen vermutlich unpraktisch.
  • Regenhose: Tchibo-Hose in Kindergröße, nicht atmungsaktiv, keine Reißverschlüsse zum Anziehen. Mh. Unpraktisch.
  • Socken: Vermutlich zu dünn. Investitionsbedarf.
  • Funktionsshirts: Vorhanden und okay. Werden allerdings wie die Hölle stinken.
  • Fleece: 1 dünnes, ist okay.
  • Funktionswäsche: hat irgendwie Nähte an den falschen Stellen (Schultern, Hüften). Mh.
  • Mütze: Fleece, okay.

Was fehlte generell:

  • Schlafsack
  • Iso-Matte
  • Gamaschen
  • Wanderstöcke
  • irgendein Kleidungsstück, was überhaupt mal richtig warm ist
  • Kleinkram wie Handtuch (das dicke Frotteehandtuch passt nicht so ganz), Küchen-Utensilien…
  • Fototasche

Genau. Es reicht ja nicht, Wechselsachen und Nahrungsmittel mit sich rumzutragen, sondern der Großteil der Fotoausrüstung muss natürlich auch noch mit, wie auch sonst.

Die offenen Punkte scheinen direkt endlos, besonders bei der Auswahl der Kleidung. Fleece ist billig und wärmend, aber nicht so wärmend wie Primaloft-Wattierung, und schon gleich gar nicht so wärmend wie Daunen. Primaloft und Daunen sind auch klein im Packmaß, Primaloft und Fleece trocknen schnell, Daune dafür wieder nicht. Und robust muss es natürlich auch sein! Und leicht sowieso. Und möglichst unter die Softshelljacke passen. Oder keine Softshell? Sondern nur Hardshell als Universaljacke und was Warmes drunter? Und wenn Hardshell – dann mit Gore-, eVent- oder Dermizax-Membran? Oder doch Softshell und atmungsaktiver Poncho statt Regenjacke? Und vielleicht doch noch eine vernünftige Regenhose? Bei der ich nicht im strömenden Regen die Schuhe ausziehen muss, um sie anziehen zu können? Und vielleicht doch noch Funktionswäsche aus Merino-Wolle, die trotz tagelangem Tragen nicht stinkt, dafür aber schlechter trocknet? Und Gamaschen atmungsaktiv? Und Mütze und Handschuhe winddicht, oder ist das nicht nötig? Und brauch ich eine wasserdichte Fototasche beim  Durchwaten von Flüssen?

Wie gut, dass die Wahl einiger Ausrüstungsgegenstände schon passiert ist:

  • Schlafsack MacPac – mit einer Komforttemperatur von -6 Grad – das sollte reichen! Mit kuschelweichen Daunen, und als Super-Schnäppchen bekommen
  • Schuhe: Die robusten, klobigen, zweckmäßigen Meindl Island Pro Lady: An deren harte Sohle man sich als  urnschuhträger erst gewöhnen muss, die ich aber nach den Testwanderungen schon sehr zu schätzen weiß!
  • Matte: Exped Down Mat Pump Short. Mit Daunen gefüllt und mit 1,20 Metern Länge. Jawohl – Gewicht sparen ;-) Die  estlichen 41 cm Körpergröße müssen auf aufgetürmten Kleidungsstapeln Platz finden.
  • GPS-Gerät: Ohne eins will ich nicht losgehen! Ich freu mich jetzt schon auf das Auswerten der Routen nach dem Urlaub. Angeschafft wurde ein Garmin eTrex Legend. Und ein ganzer Schwung Akkus muss auch noch mit.

 

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